17.05.2022 | Neu-Ulm

Impressionen vom Pflege-Dialog zum Tag der Pflege mit StM Klaus Holetschek

Viele Verantwortliche aus dem Bereich der Kranken- und Altenpflege nutzten die Gelegenheit zum direkten Austausch mit dem Minister


Einen lebhaften Austausch mit vielen Fragen, Anregungen und Antworten gab es am vergangenen Donnerstag im Schlossbräuhaus in Illertissen. Viele Verantwortliche aus dem Bereich der Kranken- und Altenpflege nutzten die Gelegenheit zum direkten Austausch mit dem Bayerischen Staatsminister für Gesundheit und Pflege. Zu dem Dialog eingeladen hatte Stimmkreisabgeordnete Dr. Beate Merk. Gastgeberin vor Ort war die 3. Bürgermeisterin der Stadt Illertissen, Susanne Kränzle-Riedl. Landrat Thorsten Freudenberger und weitere namhafte Gäste waren ebenfalls unter den Anwesenden. 


"Der heute zustande kommende, direkte Austausch aus erster Hand von Alten- sowie Krankenpflege und Politik ist mir ein Herzensanliegen. Zu welchem Datum könnte der Anlass hierfür passender sein als heute am 12. Mai, dem (noch viel zu wenig bekannten) Internationalen Tag der Pflegenden?", fragte Dr. Beate Merk. Eine besondere Ehre sei es ihr, dass Verantwortliche und Beschäftigte aus dem Pflegebereich im gesamten Landkreis persönlich erschienen waren. "Heute halten wir keine Vorträge und keine Sonntagsreden. Nein, heute soll es um die Themen gehen, die Ihnen unter den Nägeln brennen." Gesagt, getan. Es wurde im direkten Gespräch um die richtigen Weichenstellungen für eine menschenwürdige Pflege und eine hochwertige Gesundheitsversorgung der Zukunft gerungen. 

Die Anwesenden waren sich einig, dass das Thema nicht parteipolitisch besetzt werden darf. Die drängenden Herausforderungen angesichts des demografischen Wandels, des Fachkräftemangels und der Folgen durch die Pandemie müssten gemeinsam gelöst werden, im Einklang mit der Praxis vor Ort und den Anliegen der Pflegekräfte. Thematisch ging es unter anderem um die Fachkraftquote. Viele Verantwortliche forderten eine Flexibilisierung, um auch Pflegehilfskräfte unterstützend hinzuziehen zu können. Tariftreue, bundespolitische Vorgaben, Reha-Finanzierungsfragen, die Bedeutung der Dienstleistungsberufe in Pflegeheimen sowie die Versorgungssicherheit bei der ambulanten Pflege aber auch die Situation der Krankenhausversorgung waren ebenfalls diskutiert worden. Finanzielle Aspekte waren neben anderen, wichtigen Rahmenbedigungen für Pflegekräfte auch ein Thema. 

Einig waren sich alle: "Wir haben einen klaren Auftrag und eine klare Verpflichtung, denn: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ Dass dieser Anfang unseres Grundgesetzes und das Wichtigste unserer gemeinsamen Wertebasis auch am Ende des menschlichen Lebens gilt, dass das auch im dementen Zustand für jeden Einzelnen gilt, dass das auch in Verletzung, Not, Krankheit und Leid gilt, dass Menschenwürde in der Praxis gilt, ist nur dank den Beschäftigten in der Pflege überhaupt möglich! „Man erkennt den Wert einer Gesellschaft daran, wie sie mit den Schwächsten ihrer Glieder verfährt“, sagte der frühere Bundespräsident Gustav Heinemann einmal. 

Merk sagte in ihrem Impuls-Beitrag zur Begrüßung: "Mein Anliegen ist und war es immer, dass Menschen selbstbestimmt über ihren letzten Lebensweg entscheiden können: dass jede und jeder einen Platz dort bekommt, wo er oder sie ihn möchte. Eine solche Wahlmöglichkeit in Zukunft sicherzustellen, wird eine besondere Aufgabe für unsere alternde Gesellschaft darstellen."