10.03.2022 | Neu-Ulm

Merk reicht Anträge zur Stärkung für geschlechtersensible Medizin ein

Ein Herzensanliegen der Landtagsabgeordneten Dr. Beate Merk fand eine Mehrheit im zuständigen Ausschuss

„Die Wichtigkeit und Notwendigkeit geschlechtsspezifischer Medizin muss dringend erkannt und auf die Agenda gesetzt werden, in der Medizin aber auch in unserer gesamten Gesellschaft!“ Landtagsabgeordnete Dr. Beate Merk (CSU) reichte dazu zwei konkrete Anträge in den Gesundheitsausschuss ein. Ihnen wurde zugestimmt und damit der Weg zur Beratung im Landtagsplenum frei gemacht.

Nach dem Willen der Antragssteller soll geschlechtsspezifische Medizin und damit die besondere Beachtung der biologischen Unterschiede von Männern und Frauen durch geeignete Maßnahmen als ein zentrales Thema der Gesundheitspolitik und der Gesundheitsversorgung verankert werden. „Damit trotz unterschiedlicher Symptomatiken bei Erkrankungen sowie unterschiedlicher Wirkungsweisen von Medikamenten eine optimale gesundheitliche Versorgung von Männern UND Frauen geschaffen werden kann“, werde die Staatsregierung dazu aufgefordert, auf Hochschulen und Universitäten zuzugehen und verstärkt auf die wachsende Relevanz des Themas der geschlechterspezifischen Medizin hinzuweisen sowie sich auf Bundesebene weiterhin dafür einzusetzen, dass das Thema in das Pflichtcurriculum an medizinischen Fakultäten aufgenommen wird. Weiter solle die geschlechtersensible Medizin noch stärker in den Bereich der Forschung eingebunden und das Thema auch für die Öffentlichkeit transparent gemacht sowie akademische Karrieren von Frauen, insbesondere im Bereich der Medizin, aktiver unterstützt werden. Dazu sei es nötig in allen Schularten zu prüfen, ob es Anpassungsbedarfe in den Lehrplänen gibt. Zudem würde die Bayerische Landesärzte- und Landeszahnärztekammer gebeten werden, die inhaltlichen Vorgaben für die ärztliche Weiterbildung im Hinblick auf eine geschlechterspezifische medizinische Versorgung zu verbessern und auszuweiten. Die Themen Prävention, Diagnostik und Therapie aber auch der Umgang mit COVID und Long COVID sollen dabei nach dem Willen von Dr. Beate Merk unter der expliziten Berücksichtigung von Geschlechtsunterschieden eine entscheidende inhaltliche Rolle spielen. 
 
„Frauen und Männer unterscheiden sich in ihrem Körperbau und auch in den Abläufen ihres Organismus. (...) Ob männlich oder weiblich: Es wäre für jedermann und jedefrau ein wichtiger Meilenstein, individuell und unter Berücksichtigung des eigenen Körpers nach bestem Stand der Wissenschaft behandelt und wenn nötig therapiert werden zu können. Die Zeit drängt. Denn tagtäglich werden aufgrund eines eindimensionalen Blicks auf typische Symptome Fehldiagnosen gestellt. Tagtäglich nehmen Frauen für sie nicht passende, zu schwer verträgliche Medikamente bzw. Medikamente in für sie nicht geeigneten Dosen ein, da für sie passende Studien, Empfehlungen und erfasste Erfahrungswerte noch ausstehen. Dem muss, zum Wohle der ganzen Gesellschaft, Schritt für Schritt entgegengewirkt werden“, begründet Dr. Beate Merk ihre Initiative zu diesem Antrag.
 
Ergänzt wird dieser Antrag durch einen weiteren der ausschließlich auf die geschlechterspezifische Medizin im Kinder- und Jugendbereich eingeht. Sein Ziel: auf der Basis einer möglichst breiten Datenerhebung Strategien für das politische Handeln, wie z. B. im Hinblick auf Aufklärungskampagnen und Fortbildungsmöglichkeiten, abzuleiten. Geschlechterspezifische medizinische Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen im Kindes- und Jugendalter fänden bisher kaum Beachtung. Dabei seien etwa Fragen von Identitätsentwicklung, Rollenbildern, psychischem Druck, Ängsten und negativen Erfahrungen sehr wichtige Komponenten, die in die geschlechtersensible Medizin (bzw. für das Wohlergehen im Sinne einer ganzheitlich gesunden Entwicklung von Kindern und Jugendlichen) dringend miteinbezogen werden müssten.