04.10.2021 | München

Covid-Genesene: CSU-Fraktion für Antikörpertests und individuellere Impfungen / Medizinische Versorgungszentren: CSU-Fraktion für mehr Patientensicherheit

Gesundheitspolitikerin Merk verweist auf neueste Mitteilungen der CSU-Fraktion

Kostenfreie Antikörpertests für Corona-Genesene – dafür setzt sich die CSU-Fraktion per Dringlichkeitsantrag ein. Ziel ist es, so flexiblere und zielgerichtete Impfungen für alle zu ermöglichen, die bereits an Covid-19 erkrankt waren oder einen positiven PCR-Test hatten.
 
Im Dringlichkeitsantrag wird die Staatsregierung aufgefordert, sich auf Bundesebene für die Kostenübernahme dieser Tests einzusetzen und zudem wissenschaftliche Untersuchungen einzufordern, die Klarheit schaffen bei welchem Antikörperwert Immunschutz besteht.


Dazu Bernhard Seidenath, der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses Bayerischen Landtag: „Die aktuellen Regeln zum Antikörperstatus und zu den Corona-Impfungen passen nicht immer zur tatsächlichen Immunität der Genesenen. Wir brauchen eine individuellere Empfehlung für den Impfzeitpunkt. Durch die derzeit gültige Regelung einer Impfmöglichkeit erst nach sechs Monaten gibt es zu große Unschärfen. Diese müssen wir durch individuellen Antikörpernachweis reduzieren.“ 
 
Dazu Dr. Marcel Huber, der im Plenum dazu spricht: „Antikörpertests können später auch für die Auffrischungsimpfungen wichtig werden, um den richtigen Zeitpunkt zu erkennen. Deshalb brauchen wir diese Studie und dazu müssen die nötigen Mittel bereitstehen. Nachdem es sich bei Corona um einen neuen Erreger handelt, wissen wir derzeit noch nicht genau, wann eine Auffrischungsimpfung bei Doppeltgeimpften notwendig wird.“
 

Medizinische Versorgungszentren: CSU-Fraktion für mehr Patientensicherheit
 
Mit gezielten Maßnahmen will die CSU-Fraktion die Patientensicherheit in investorengeführten medizinischen Versorgungszentren (MVZ) verbessern. Konkret soll die Unabhängigkeit ärztlicher Entscheidungen gegenüber wirtschaftlichen Interessen gestärkt, die Dachgesellschaften der investorengeführten medizinischen Versorgungszentren transparenter gemacht und eine Obergrenze für die Zahl der dort angestellten Ärzte eingeführt werden.
 
In den vergangenen Jahren wuchs die Zahl der MVZ stetig an – 2020 gab es in Bayern 606 MVZ, ein Plus von über 50 MVZ im Vergleich zu 2019. Mit dem Antragspaket wird die Staatsregierung dazu aufgefordert, sich im Bund dafür einzusetzen, eine marktbeherrschende Stellung einzelner MVZ-Ketten zu verhindern. Gerade Facharztsitze, insbesondere Augenärzte, werden aktuell von investorengeführten Ketten aufgekauft.
 
Dazu Bernhard Seidenath, der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Bayerischen Landtag: „Wir wollen der Kommerzialisierung im Gesundheitswesen entgegentreten. Unsere medizinische Versorgung darf nicht immer höhere Renditen zum Ziel haben. Schlimmstenfalls werden Patienten sonst zusätzliche Behandlungen oder sogar Operationen nahegelegt, die aus rein medizinischer Sicht nicht notwendig sind.
 
Gerade investorengeführte medizinische Versorgungszentrum versuchen zudem immer mehr Arztsitze, also begehrte Kassenzulassungen, an sich zu ziehen. Diese Konzentration auf wenige MVZ-Ketten gefährdet die freie Arztwahl der Patienten und die Versorgung auf dem Land. Unter anderem wollen wir deshalb mit einem Transparenzregister dafür sorgen, dass Patienten auf den ersten Blick erkennen, ob ein Versorgungszentrum von einem lokalen Arzt oder von einem Kapitalfonds geführt wird.“
 
Das Antragspaket „Ambulante medizinische Versorgung sicherstellen, Schutz der Unabhängigkeit ärztlicher Entscheidungen stärken“ wird morgen im Gesundheitsausschuss beraten.