17.09.2021 | In dieser Woche überall in Bayern

Festhalten, was verbindet: So lautet das Motto der 2. Bayerischen Demenzwoche vom 17. - 26. September.

Gesundheitspolitikerin Dr. Beate Merk richtet sich nachfolgend direkt an Sie als Leserinnen und Leser der Website:

Pflegende Angehörige sind Helden!



Liebe Leserinnen und Leser,
 
die Wucht von Krankheit kennt keiner so gut wie die Betroffenen und ihre Angehörigen, die sie dann in ganz vielen Fällen unter unermesslichem persönlichen Einsatz pflegen. Pflegende Angehörige sind meine ganz persönlichen Helden! Ich möchte die 2. Bayerische Demenzwoche vom 17.-26. September nutzen, um aufmerksam auf ein Leben mit Demenz zu machen und allen pflegenden Angehörigen zu danken!
 
Demenz und Alzheimer stehen für eine besonders schreckliche Geisel von Krankheiten unserer Zeit. Trotz hervorragender Ansätze in der Wissenschaft und Innovationen bei der medizinischen Versorgung gibt es bis heute keine Chance auf Heilung. Aus eigener Erfahrung weiß ich, was die entsprechende Diagnose für Betroffene und ihre Angehörigen bedeutet. Es ist schrecklich und grausam, die Kontrolle über das eigene Leben langsam aber sicher zu verlieren und einzutauchen in ein tiefes Vergessen, das einem oftmals gar nichts mehr lässt. Es ist grausam und schrecklich, diesen Prozess einer immer schlechter werdenden Veränderung zu begleiten und den geliebten Menschen Stück für Stück zu verlieren, oftmals begleitet von räumlicher Desorientierung und Aggressionen.
 
Menschen mit Diagnose Demenz brauchen unsere ganz besondere Hilfe. Als Gesundheitspolitikerin, als Mensch und Christin, lege ich mein Augenmerk auf die Unterstützung der Forschung und der Wissenschaft sowie auf individuelle, auch neuartige, Betreuungsmöglichkeiten. Der Schutz des Vertrauten steht für mich an oberster Stelle. Aber es muss auch dann, wenn es zu Hause nicht mehr geht, die passende Einrichtung vorhanden sein. Dafür arbeite und kämpfe ich. Mindestens dieselbe Aufmerksamkeit aber müssen wir den pflegenden Angehörigen entgegenbringen. Sie brauchen alle erdenklichen Informationen, übersichtlich und leicht verfügbar, sie brauchen Unterstützung, eine gute Beratung und Begleitung - und Hilfsmöglichkeiten in Notsituationen. Sie leisten Unglaubliches Tag für Tag und auch Nacht für Nacht, ohne Feierabend! Ich habe höchsten Respekt vor ihrer Leistung, vor ihrer tiefen Verbundenheit dem geliebten Menschen gegenüber, den sie nicht alleine seinem Schicksal überlassen, zu dem sie in guten wie in schweren Zeiten halten. Pflegende Angehörige sind die wahren Helden unserer Zeit!
 
Unter dem Motto „Festhalten, was verbindet“ sind in diesem Jahr Menschen aus ganz Bayern zum zweiten Mal dazu aufgerufen, das Thema Demenz und passende Unterstützungsmöglichkeiten mit ihren eigenen kreativen und informativen Beiträgen aktiv in das Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger zu rücken. Mit voranschreitender Alterung der Gesellschaft nimmt die Anzahl der Menschen mit Demenz weiter zu. In der Altersgruppe der über 90-Jährigen weist heute mehr als jede/r Dritte demenzielle Symptome auf. Derzeit leben in Bayern mehr als 240.000 Betroffene. Etwa 70 Prozent davon sind Frauen.
 
Herzliche Grüße
 
Ihre 
 
Dr. Beate Merk