08.03.2021 | Neu-Ulm

„Die paritätische Besetzung sollte selbstverständlich sein!“

Zum Weltfrauentag betont MdL Dr. Beate Merk die Wichtigkeit des weiteren Kampfs um Gleichberechtigung. Es gebe noch viel zu tun.


„Die Frauenquote für Vorstände großer Unternehmen stellt einen Meilenstein beim Einsatz für die Gleichberechtigung von Frauen dar! Doch noch immer fehlt in unserer Gesellschaft die Selbstverständlichkeit für exakt gleiche Chancen für Frauen am Arbeitsplatz.“ Das stellt die Landtagsabgeordnete Dr. Beate Merk (CSU) mit Blick auf den Internationalen Tag der Frau, der am 8. März begangen wird, klar. Was in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg als Kampf um das Frauenwahlrecht und um die Gleichberechtigung von Arbeiterinnen begonnen hatte, sei trotz Etappensiegen noch immer nicht vollendet.


Die Wirtschafts- und Gesundheitspolitikerin und ehemalige Bayerische Staatsministerin verwies auf noch immer bestehende Ungleichheiten sowohl bei der Bezahlung von Frauen und Männern wie auch bei Rollen- und Aufgabenverteilungen innerhalb vieler Unternehmen. Beispielsweise vermisst Merk eine ernst gemeinte und konsequent gleichwertige Partizipation von Frauen in Führungsgremien. Vielfach dargelegt, erwiesen und allseits bekannt sei die höhere Produktivität und Kreativität von Gremien, in die Frauen gleichwertig eingebunden seien.
 
Die ehrenamtliche Bezirksvorsitzende der Frauen Union im Bezirk Schwaben fordert ein progressives Vorgehen, das Bayern und Deutschland insgesamt weiterbringt: „Die Quote ist eine Übergangslösung. Doch ich trete für eine konsequent paritätische Besetzung ein. Die Zeit ist reif dafür und dieses Vorgehen sollte in der Politik wie auch für die Wirtschaft eigentlich längst selbstverständlich sein!“ Was in vielen anderen Ländern Europas, wie etwa in Finnland, Schweden, Spanien und Frankreich, bereits dem Standard entspreche, werde Frauen hierzulande teilweise immer noch verweigert, so die Neu-Ulmer Abgeordnete mit Blick auf die politische Ebene: „In Schweden entspricht eine abwechselnde Besetzung der Wahllisten mit Frauen und Männern sogar ohne fixe Gesetze längst der üblichen Praxis. Ein solches Vorgehen sehe ich als eine pragmatische Lösung auch für die demokratischen Parteien in Deutschland an. Deutschland darf nicht zum Nachzügler Europas werden.“ Im europäischen Vergleich liegt Deutschland hinsichtlich des Frauenanteils im Parlament nach offiziellen Zahlen nur im Mittelfeld. 
 
Merk weiter: „Bei unserem Kampf, den Frauen und Männer gemeinsam führen sollten, geht es um weit mehr als nur um das Thema Frauen in Führungspositionen und Aufsichtsräten. Die Corona-Epidemie hat unserer gesamten Gesellschaft die Bedeutung der überdurchschnittlich häufig von Frauen ausgeübten, systemrelevanten Berufe aufgezeigt.“ Die Landtagsabgeordnete verweist auch auf Daten des Statistischen Bundesamtes, wonach Frauen besonders häufig in sozialen und hauswirtschaftlichen Berufen, in der Erziehung, als Reinigungskräfte, als Verkäuferinnen und als Hilfsarbeiterinnen beschäftigt seien. Merk fordert mehr Wertschätzung für weiblich dominierte Berufe, inklusive einer besseren Bezahlung, und noch mehr Anstrengungen zur Förderung weiblicher Talente, etwa für die Bereiche Naturwissenschaften, Handwerk und Industrie. Zudem regt sie eine Reformierung des Ehegattensplittings an, die der modernen Lebenswirklichkeit gerecht wird, sodass berufstätige Frauen in Voll- oder Teilzeit nicht mehr schlechter gestellt und demotiviert würden. “Auch muss alles dafür getan werden, dass Frauen im Zuge der familiären Belastungen durch die Corona-Krise nicht dauerhaft wieder in alte Rollenmuster gedrängt werden oder berufliche Nachteile durch die aktuelle Situation erleiden”, so die CSU-Politikerin und Vertreterin des Stimmkreises Neu-Ulm im Bayerischen Landtag abschließend.