28.09.2020 | Neu-Ulm

„Unsere Region eignet sich nicht für die sicherste Lösung“

MdL Merk und Landrat Freudenberger reagieren zurückhaltend auf das Zwischenergebnis zur Suche eines atomaren Endlagers


Bis zum Jahr 2031 soll sie vorliegen: eine Endauswahl geeigneter Standorte für das deutsche atomare Endlager. Die Bundesgesellschaft für Endlagerung hat heute ihren Zwischenbericht in Berlin vorgestellt. Von ursprünglich 181 Gebieten bleiben 90 Gebiete in ganz Deutschlang geologisch geeignet, die in den nächsten Jahren näher untersucht werden. Zu diesen zählt auch der Landkreis Neu-Ulm und ist damit einer von sechs möglichen Standorten in Schwaben neben den Landkreisen Donau-Ries, Dillingen, Aichach-Friedberg, Günzburg sowie der Stadt Augsburg.
 


Landtagsabgeordnete Dr. Beate Merk nimmt den Zwischenbericht mit Bedauern zur Kenntnis. „Ich hätte mir gewünscht, dass unsere Region bereits nach einer ersten Prüfung als ungeeignet eingestuft wird. Wir haben zwar Tongesteine, jedoch wurde in der Vergangenheit mehrfach betont, dass die Schichten deutlich dünner sind als in anderen Gebieten mit Tonvorkommnissen“, so Merk. Das Verfahren befinde sich in einem frühen Stadium und dieser Bericht sei keine Vorentscheidung, „aber am Ende braucht es die sicherste Lösung. Insofern bedauere ich, dass wir uns dem weiteren Verfahren stellen müssen, obwohl wir schon jetzt nicht alle Kriterien erfüllen“. Sie begrüßt deshalb die konstruktiv kritische Haltung der Bayerischen Staatsregierung und wird als zuständige Abgeordnete für Neu-Ulm das weitere Verfahren seriös im Sinne der Bürgerinnen und Bürger begleiten.
 
Auch Landrat Thorsten Freudenberger nimmt die heutige Veröffentlichung zur Kenntnis. „Ich denke, dass man das vom Bundestag mit breiter Mehrheit festgelegte Verfahren akzeptieren sollte. Natürlich wäre auch ich froh gewesen, wenn unsere Region nicht berücksichtigt worden wäre. Nach den mir vorliegenden Erkenntnissen ist unsere Region Donau-Iller tatsächlich nicht besonders gut geeignet."