25.03.2020

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

wer hätte zu Beginn dieses Jahres erahnen oder auch nur befürchten können, dass in einer solch kurzen Zeit und mit einer solchen Härte und Deutlichkeit das wirtschaftliche, soziale, kulturelle und politische Leben in Deutschland, Europa, ja gar auf der ganzen Welt, erschüttert werden würde?

Die Corona-Pandemie hält uns alle in Atem. Unvorstellbares ist in nur wenigen Wochen Wirklichkeit geworden. Wir alle wurden kalt erwischt und müssen uns in diesen Tagen – in einem Stadium der Schockstarre – zunächst einmal innerlich sortieren, um einen kühlen Kopf zu behalten oder besser gesagt: wiederzuerlangen, und eine Vision dafür entwickeln zu können, wie es mittel- und langfristig weitergehen kann. Wir alle ringen angesichts der Situation (von unseren neuen Arbeitsplätzen im Homeoffice) um die richtigen Worte und Gedanken. Wir alle ahnen nicht nur, sondern wissen mittlerweile: Die Folgen der Corona-Pandemie werden uns noch sehr lange beschäftigen.
Trotz allem Ärger in den vergangenen Wochen und trotz all der einschneidenden Maßnahmen dürfen wir den Blick auf das Wesentliche nicht verlieren: Es geht darum, dass wir eine von christlichen Werten geprägte, solidarische Gesellschaft sind und bleiben, in der gegenseitige RÜCKSICHTNAHME großgeschrieben wird und in der wir gemeinsam zusammenhalten, damit die Gesundheitsversorgung gesichert werden kann. Gerade unsere älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger und die „schwächsten“, die das Virus am meisten bedroht, werden durch unsere Maßnahmen und Einschnitte in das gesellschaftliche Leben, die gewiss niemandem leichtgefallen sind, besonders geschützt. Sie sind es wert!
Durch einen starken inneren Zusammenhalt unserer Gesellschaft können wir alles meistern. Für mich ist dies kein Satz, den ich einfach so niederschreibe. Vielmehr entspricht er meiner tiefsten Überzeugung. Und so bitte ich Sie und uns alle: Lassen wir es trotz allem, was uns erschüttert hat oder noch künftig entmutigen will, nicht zu, dass Frust und Verzweiflung im Vordergrund stehen oder gar obsiegen! Wir haben ein starkes Land. Und das liegt an uns allen: Die Tatkraft von uns Bürgerinnen und Bürger ist es, durch die wir in Bayern und in der Bundesrepublik zu der Bedeutung und Stärke gefunden haben, die wir vor „Corona“ hatten, für die wir beneidet werden, und die wir auch in einer Zeit nach „Corona“ wiedererlangen werden! 
Dankbar bin ich für all die entschlossenen und raschen Maßnahmen, die unsere Bundes- und Staatsregierung getroffenen haben, um dafür zu sorgen, dass die Folgen der Krise so viele Arbeitsplätze und Unternehmen wie möglich verschonen. Die fünf Wirtschaftsweisen erkennen das konsequente Eingreifen an und betonen bereits, dass sich unsere deutsche Wirtschaft (dank des sofortigen und entschlossenen Handelns) nach der Krise erholen wird. Ein Signal der Hoffnung und der Zuversicht in einem rabenschwarzen Monat März! Auch für unseren so wichtigen Mittelstand und kleinen Betrieben, die sich um ihr wirtschaftliches Überleben sorgen.
Und so wollen wir darauf hoffen und daran arbeiten, dass – soweit wir es mit unseren menschlichen Kräften beeinflussen können – die Sonnenstrahlen des Frühlings Ärger und Sorgen vertreiben und wir die Lage Schritt für Schritt wieder in den Griff bekommen. Dann werden wir eines Tages am Ende der Krise erkennen und sagen können: Wir haben es geschafft! Wir haben eine entbehrungsreiche Zeit überwunden, Menschenleben gerettet und die Gesellschaft zusammengehalten!
Allen die derzeit tagtäglich daran arbeiten, unser Land am Laufen zu halten, danke ich ausdrücklich: allen Verkäuferinnen, Kassiererinnen, den Pflegerinnen und Pflegern, der Ärzteschaft, unserer Polizei und den Feuerwehren, dem Technischen Hilfswerk, den Rettungsdiensten, allen ehrenamtlich Tätigen in den unterschiedlichen Bereichen und unseren Lokalpolitikern, die die Maßnahmen vor Ort organisieren und umsetzen. 
Bleiben wir gesund! 😊 
Herzlichst,
Ihre
Dr. Beate Merk
Landtagsabgeordnete, Staatsministerin a.D.